Brain Fog – Wenn die Gedanken im Nebel untergehen

Jeder kennt die Momente, wenn das Denken schwerfällt. Die Konzentration wird zu einer fast übermenschlichen Anstrengung. Du kannst dich nicht mehr an die einfachsten Sachen erinnern. Wo habe ich die Schlüssel hingelegt?
 
Brain Fog – Ursachen und was man dagegen tun kann
 
Was wollte ich in der Garage holen? Wen muss ich anrufen? usw.. Die wirklich wichtigen Dinge verlieren sich in den Details. Das passiert jedem. Wenn diese Zustände allerdings länger anhalten, sollte man sie im Auge behalten.
 
Es könnten Zeichen für eine Dysfunktion sein, die als „Brain Fog“, als Nebel im Gehirn bezeichnet wird.
 

Brain Fog – die Symptome der kognitiven Dysfunktion

 
Die Symptome von Brain Fog können sehr diffus sein und unterscheiden sich individuell sehr stark. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Brain Fog nicht als Krankheit im medizinischen Sinn anerkannt ist.
 
Nach den neuesten Studien im Bereich der Neurowissenschaften sind diese diffusen Anzeichen jedoch alle mit krankhaften Veränderungen von Zellstrukturen im Gehirn verbunden. Die Gehirnzellen weisen Anzeichen von Entzündungsprozessen auf. So sind z.B. die Histaminwerte deutlich erhöht.
 
Histamin ist als Botenstoff an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt.
 
Als Hinweise auf Brain Fog gelten allgemein länger anhaltende Zustände von:
– Konzentrationsschwäche
– Gedächtnisstörungen (vorwiegend im Kurzeitgedächtnis)
– Vergesslichkeit
– Verwirrtheit
– Motivationsmangel
– Erschöpfung
– Angstzustände
– Orientierungsprobleme
– Emotionale Schwankungen
– Ziellosigkeit
– Benommenheit
 

Diese Symptome könne einzeln oder als Komplex auftreten. Je nach Zustand und Dauer der Symptome, können schwerwiegende soziale Folgen die Folge sein. Im Extremfall kann Brain Fog zu sozialer Isolation und Arbeitsunfähigkeit führen.

Um eine dauerhafte Besserung zu erreichen, müssen die Ursachen entdeckt und behoben werden.

 

Was sind die Ursachen für Brain Fog?

 
Brain Fog ist ein Phänomen, dass viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen. Seine Verbreitung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Brain Fog ist nicht genetisch bedingt, sondern er ist das Produkt einer speziellen Lebensweise, die Entzündungsprozesse im Körper auslöst und begünstigt.
 
Brain Fog ist also eine moderne Zivilisationskrankheit und eng mit ungesunden Alltagsroutinen verbunden. Körper und Geist geraten aus dem Gleichgewicht. Die wichtigsten Ursachen der Dysfunktion sind:
 

1. Ernährungsdefizite

Der Körper wird in der modernen Gesellschaft mit Nährstoffen konfrontiert, die in der Natur nicht in dieser Form vorkommen und er daher nicht in der Lage ist, mit diesen Stoffen umzugehen. Industriezucker stellt mit einfachen Kohlehydraten dem Körper Sofortenergie zur Verfügung.
 
Die Folgen eines erhöhten Zuckerkonsums sind dramatisch. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Insulinausschüttung. Auf das künstliche Hochgefühl folgt der Leistungsabsturz, vor allem auch in den Gehirnzellen.
 
Diese sind einem ständigen Auf und ab ausgesetzt, das auf die Dauer erheblichen Schaden anrichten kann. Das Gleiche gilt für die Fette in unseren Nahrungsmitteln.
 
Sie sind in einer Weise verarbeitet, die es dem Körper unmöglich macht damit zurechtzukommen. Statt mit ungesättigten Fettsäuren wird er mit einer Unmenge von gesättigten Fetten konfrontiert. Diese sind in der Evolution nicht vorgesehen und können deshalb ebenfalls zu katastrophalen Folgen führen. Bekommt der Körper nicht genügend ungesättigte Fettsäuren angeboten, beginnt er dieses Defizit durch den Abbau eigener Reserven auszugleichen.
 
D.h. er beginnt, eigene Zellen abzubauen. Auch hier sind die Gehirnzellen in einem besonderen Maß betroffen. Wer zu wenig ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt, riskiert den Abbau eigener Gehirnzellen! Wer klar denken will, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von ungesättigten Fetten achten, wie sie z.B. in Nüssen, unraffinierten Ölen oder Fisch zu finden sind.
 

2. Flüssigkeitsmangel

Wer schon einmal Ausdauersport betrieben hat, kennt die Problematik. Wer über einen langen Zeitraum gelaufen, radgefahren oder geschwommen ist und dabei nicht auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet hat, zeigt deutliche Anzeichen von Flüssigkeitsmangel.
 
Die sog. Dehydration zeigt sich in einem extremen Leistungsabfall. Jeder Schritt, jede Pedalumdrehung, jeder Zug wird zur Qual. Die weiteren Anzeichen sind Koordinationsprobleme, Kopfschmerzen, Benommenheit und Übelkeit.
 
Die Gehirnzellen reagieren also besonders auf einen Mangel an Flüssigkeit. Bereits bei einer geringen Dehydrierung von nur 2% sind die Konsequenzen für die kognitiven Fähigkeiten dramatisch. Klimaextreme oder Stress haben eine ähnliche Wirkungsweise wie starke körperliche Belastung.
 
Bei Hitze verliert der Körper permanent an Flüssigkeit, bei Stress „vergisst“ der Körper die Flüssigkeitsaufnahme. Aber nicht nur die Menge, auch der Mineralstoffgehalt ist wichtig. Unter normalen Umständen sind 2-3 Liter, möglichst isotonisch, das Minimum.
 

3. Schlafmangel

Schlaf ist für den Körper so wichtig wie Nahrung oder Luft. Schlaf ist notwendig, damit der Körper funktionieren kann. Im Schlaf regenerieren sich die Gehirnzellen und bauen neue Verbindungen im neuralen Netz auf.
 
In der sog REM- Phase, der Tiefschlafphase, verarbeitet das Gehirn Eindrücke des Tages. Das Schlafbedürfnis des einzelnen Menschen ist unterschiedlich, allerdings geht man als Richtwert von 6-8 Stunden am Tag aus. Bei akutem Schlafmangel stellen sich Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme und eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung ein.
 
Kopfschmerzen und schlechte Laune sind die Folge. Bei anhaltendem Schlafentzug muss man mit ernsthaften physischen und psychischen Konsequenzen rechnen. Häufige Infekte, depressive Verstimmungen und Angstzustände vermindern die Lebensqualität. Brain Fog macht sich breit.
 

4. Stress

Es gibt positiven Stress, der dich zu Höchstleistungen bringt, der dich Herausforderungen meistern lässt. Er führt zu einem tiefen Gefühl der Befriedigung. Im Gegensatz dazu bringt negativer Stress deinen Körper aus dem Gleichgewicht.
 
Du hast das Gefühl unterzugehen, kein Ende ist in Sicht, keine Bestätigung stärkt das Selbstwertgefühl. Der Körper ist in einem dauerhaften Alarmzustand.
 
Der Körper reagiert auf negativen Stress mit der Ausschüttung von Cortisol, dem Stresshormon. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel im Blut führt zur Bildung freier Radikale, die wiederum Entzündungsprozesse fördern.
 
Die Gehirnzellen werden geschädigt. Ein Schritt um aus der Stressspirale zu entkommen, ist der Einsatz von Entspannungstechniken. Autogenes Training, Meditation oder Yoga schaffen Oasen der Ruhe in der Hektik des Alltags. Bei regelmäßiger Anwendung lichtet sich der Gehirnnebel und eine neue Klarheit stellt sich ein.
 

5. Bewegungsmangel

Ausreichende Bewegung fördert die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Nicht nur die Muskeln werden besser durchblutet, auch das Gehirn profitiert und wird besser mit Nährstoffen versorgt.

Die gesteigerte Sauerstoffaufnahme führt zu einer erheblichen Steigerung der kognitiven Leistungen, die auch nach der Beendigung der körperlichen Anstrengung noch für Stunden positiv beeinflusst werden.

Bereits dreimal in der Woche ein jeweils 40-minütiger Spaziergang in einem flotten Tempo an der frischen Luft reicht aus, um eine deutliche Verbesserung der kognitiven Gesamtleistung zu erreichen. Frische Luft und Bewegung sind ein ideales Mittel und vertreiben den Nebel aus dem Gehirn.

 

Was kannst du gegen Brain Fog tun?

Der Blick auf die Ursachen des Brain Fog zeigen, dass du es selbst in der Hand hast, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Mach eine Checkliste und wirf einen Blick auf deine Lebensgewohnheiten.
 
Nimmst du zu viel Zucker zu dir, oder isst du hauptsächlich gesättigte Fettsäuren? Ist in letzter Zeit der Schlaf zu kurz gekommen, oder hattest du länger anhaltende Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen in der Nacht? Nimmt der Stress überhand? Fehlt dir die ausreichende Bewegung draußen?
Bereits kleine Korrekturen des alltäglichen Verhaltens können zu einer dauerhaften Verbesserung des Brain Fog beitragen. Eine achtsamere Ernährung, die Freude an der Bewegung, ausreichender Schlaf und Strategien gegen den Alltagsstress können Wunder bewirken.
 
Es kommt auf dich an. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, Bewegung an der frischen Luft und genügend Erholung wirken gegen Brain Fog.
 
Quelle: https://www.brain-effect.com/magazin/brain-fog-gehirnnebel

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