Funktionieren Nootropika wirklich und gibt es Studien, die das beweisen?

Der Trend von Nootropika und Smart Drugs kommt mittlerweile auch immer mehr zu uns. Ursprünglich stammt er aus dem Silicon Valley in den USA, wo viele leistungsorientierte Menschen schon mehrere Jahre mit den Stoffen experimentieren. Diese Stoffe sollen in der Lage sein, die kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern.

Auch in Europa gibt es schon Unternehmen, die Produkte dieser Klasse anbieten.

Hier stellen wir die 7 natürlichen Nootropika vor, deren Wirkung auch schon in Studien untersucht und nachgewiesen wurde.

 

Die Liste der natürlichen Nootropika mit in Studien bewiesener Wirkung

Es gibt mittlerweile viele verschiedene Nootropika und es drängen ständig neue Produkte auf den Markt. Davon sind natürlich noch längst nicht alle untersucht, obwohl es schon einige Stoffe gibt, deren Wirksamkeit nachgewiesen wurde. Generell werden Nootropika in zwei unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

  • Natürliche bzw. pflanzliche Nootropika
  • Chemische bzw. medikamentöse Nootropika

Es gibt auch einige Methoden, wie die kognitive Leistung auf natürlichem Wege gesteigert werden kann. Zusätzlich sind aber jede Menge Pharmazeutika und rezeptpflichtige Medikamente verfügbar. Diese verkaufen sich häufig besser, weisen aber mehr Nebenwirkungen auf.

Im Folgenden werden hier die effektivsten, natürlichen Stoffe vorgestellt, welche schon in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit gezeigt haben.

Gingko Biloba

Bei Gingko Biloba handelt es sich um einen chinesischen Baum, der schon in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt wurde. So wurde er hier schon seit Jahrhunderten für die Steigerung von Vitalität und Energie genutzt.

Auch die geistige Gesundheit wurde hiermit gefördert. Diese Heilpflanze wurde bereits in mehreren Studien untersucht, deren Ergebnisse zeigten, dass Gingko tatsächlich eine positive Wirkung auf unser Gehirn hat.

So wurde beispielsweise im Jahr 2011 eine randomisierte Doppelblindstudie veröffentlicht [1], die 19 Personen untersuchte. Diese Personen im Alter von 50 bis 61 erhielten 28 Tage lang täglich entweder ein Extrakt aus Gingko Biloba oder ein Placebo.

Anschließend wurden ihre kognitiven Fähigkeiten insbesondere das Gedächtnis getestet. Die Versuchsgruppe erzielte durchschnittlich deutlich bessere Ergebnisse, als die Personen in der Kontrollgruppe. Auch das Gedächtnis der Versuchsgruppe hatte sich wesentlich verbessert.

 

Panax Ginseng

Ginseng stammt ursprünglich ebenfalls aus der TCM und wird bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt. Tatsächlich ist sie eine der am häufigsten eingesetzten Heilpflanze in der TCM. Ginseng weist eine nootropische Wirkung auf, die schon in verschiedensten Studien nachgewiesen wurde.

So wurden beispielsweise in einer randomisierten Doppelblindstudie von 2005 [2] 30 junge Versuchspersonen untersucht. Diese wurden in 3 verschiedene Gruppen aufgeteilt, die entweder ein Placebo, 200 Milligramm oder 400 Milligramm Panax Ginseng erhielten.

Nach der Gabe wurden verschiedene Leistungstests durchgeführt, in denen die Versuchsgruppen bessere Ergebnisse zeigten, als die Placebogruppe. Zusätzlich berichteten die Versuchsgruppen von weniger subjektiver geistiger Ermüdung und wies außerdem bessere Blutzuckerwerte auf.

 

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Biloba Monnieri / Brahmi

Auch hierbei handelt es sich um eine Heilpflanze, die schon seit 1000 Jahren in Indien genutzt wird. In der traditionellen indischen Heilkunde (Ayurveda) wird sie bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt und dient auch zur Steigerung der geistigen Fähigkeiten.

Mittlerweile werden immer mehr Studien zu diesem Nootropikum veröffentlicht und die Wirkung der Pflanze konnte auch schon nachgewiesen werden.

In einer randomisierten Doppelblindstudie, die im Jahr 2008 veröffentlicht wurde [3] , wurde die Wirkung der Pflanze nachgewiesen. Die 54 Versuchspersonen waren durchschnittlich 73 Jahre alt und erhielten über 3 Monate entweder 300 Milligramm der Pflanze oder ein Placebo. Auch hier zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Gedächtnisleistung in der Versuchsgruppe, wobei sich zusätzlich auch noch die Angst- und Depressionswerte verminderten.

 

Grüntee / Matcha

Der mittlerweile sehr bekannte Grüntee Matcha stammt aus Japan, wo das Trinken von Tee schon immer Tradition war. So nutzten schon die Samurai Matcha Tee für die Steigerung ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Matcha ist jedoch mittlerweile auch in Europa ein absolutes Trendgetränk.

Grüntee weist im Vergleich mit anderen Tees einen besonders hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, natürlichem Koffein und L-Theanin auf. Diese Kombination macht den Tee sehr beliebt, da das Koffein das Energielevel hebt, während das L-Theanin eine beruhigende Wirkung hat.

Dadurch kann es eventuellen Nebenwirkungen des Koffeins, wie beispielsweise Angst oder Unruhe, entgegenwirken.

Im Jahr 2017 wurde eine Metaanalyse zum Thema Grüntee veröffentlicht [4]. Diese analysierte über 49 Studien zu diesem Thema und konnte nachweisen, dass insbesondere die Kombination von Koffein und L-Theanin sich positiv auf die geistige Leistung sowie die Stimmung auswirkt.

L-Theanin

Bei L-Theanin handelt es sich um eine Aminosäure, die nicht proteinogen ist und insbesondere in grünem und schwarzem Tee vorhanden ist. Es wurde nachgewiesen, dass die Aminosäure Stress reduzierend und beruhigend auf den menschlichen Körper wirkt.

So wurden in einer randomisierten Doppelblindstudie von 2016 [5] insgesamt 34 Versuchspersonen untersucht, welche 18 bis 40 Jahre alt waren. Die Teilnehmer nahmen entweder L-Theanin oder ein Placebo ein und mussten anschließend verschiedene Stresstests durchführen.

Die Ergebnisse der Testungen zeigten, dass in der Versuchsgruppe das L-Theanin den Stress signifikant reduziert hatte.

Creatin

Creatin ist als Nahrungsergänzungsmittel insbesondere für alle Kraftsportler bekannt. Denn es ist sehr förderlich, wenn Kraft und Schnellkraft gesteigert werden sollen. Der Stoff sorgt für eine Steigerung der Wiederherstellung des ATP Nukleotids oder der Gewinnung von ATP.

Dadurch wird kurzfristig eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Muskeln bei höheren Intensitäten erzielt.

Doch Creatin wirkt sich nicht nur auf die körperliche Energie aus, sondern auch auf das Gehirn. So benötigt dieses etwa 30 % der durch Glucose bereitgestellten Energie. Deshalb nutzt auch das Gehirn die Energie, die durch die Abspaltung von ATP zu ADP zur Verfügung gestellt wird.

Weil das Creatin die Wiederherstellung von ATP steigert, kann auch das Gehirn von der zusätzlichen Energie profitieren.

Eine Studie [6] untersuchte 2003 die Wirkung von Creatin an 45 jungen Erwachsenen. Diese ernährten sich größtenteils vegan und vegetarisch, weil diese Ernährungsformen wenig Creatin über die Nahrung zuführen.

Auch hierbei handelte es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie, bei der die Versuchsgruppe täglich 5 Gramm Creatin erhielt und die Kontrollgruppe ein Placebo. Die Versuchsgruppe wies deutlich bessere Werte in den Tests zum Gedächtnis und zur Logik auf.

Citicolin – CDP Cholin

Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Nukleosiddiphosphat, das mitverantwortlich für die Biosynthese von neuen Membranen für die Zellen ist. So wurde es aufgrund seiner Schutzfunktion für Zellen bisher häufig bei Patienten mit Schlaganfall verwendet.

Dabei soll der Stoff auch die Gehirnzellen schützen, welche ansonsten oxidativem Stress ausgesetzt werden. Hier werden aber noch weitere Studien benötigt, um die nootropische Wirkung des Stoffes zu bestätigen.

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Quelle: https://yoptimized.com/allgemein/nootropika-smart-drugs-gehirndoping/

Studien:

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3166615/
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15982990
[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5699204/
[4] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28056735
[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4728665/
[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1691485/

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