Studie zeigt: Wirkung von Alkohol aufs Gehirn dauert noch Wochen lang

Nach dem Alkoholkonsum fühlen wir uns schlapp und krank. Forscher haben nun herausgefunden, dass sich das Gehirn noch lange nicht erholt hat, wenn der Kater abgeklungen ist.

Deshalb seien langfristige Abstinenzperioden besonders wichtig.

Zu große Mengen Alkohol schaden der Gesundheit. Das regelmäßige Feierabendbier kann Krebs, Leberschäden und kardiovaskuläre Erkrankungen begünstigen. Jeder Rausch stört die Informationsübertragung zwischen den Gehirnzellen.

Im Detail schädigt Alkohol die Denkleistung und kann Defizite bei Konzentration und Urteilsvermögen hervorrufen.

Langfristig können irreversible Beeinträchtigungen auftreten. Alkohol verringert außerdem die Potenz bei Mann und Frau. Mögliche Folgen sind auch der Bierbauch und Übergewicht, das wiederum mit gesundheitlichen Einschränkungen verbunden ist.

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Das Gehirn erholt sich nur langsam

Alkohol kann die Gehirnleistung erheblich beeinträchtigen. Wer sich in Abstinenz übt, kann die negativen Effekte jedoch schnell wieder umkehren – so zumindest bisher die Annahme.

Siliva De Santis von der Miguel-Hernández-de Elche-Universität in Allicante hat sich gemeinsam mit einem Forscher-Team der Frage gewidmet, ob das Gehirn sich wirklich so schnell erholt wie vermutet.

An der Studie nahmen 91 männliche Patienten mit einer diagnostizierten Alkoholsucht und eine Kontrollgruppe aus 36 gesunden Personen teil. Ziel der Studie war es herauszufinden, wie sich das Gehirn während eines Alkoholentzugs verhält.

Das Gehirn wurde mittels Magnetresonanztomografie überwacht, um Veränderungen an der Mikrostruktur der weißen Substanz , welche eng von den Toxinen im Alkohol beeinflusst wird, festzustellen.

 

Wie resistent ist das Gehirn wirklich?

Während der Studie waren sämtliche Probanden völlig abstinent. Die Gehirne aller Teilnehmer wurden im Verlauf des Entzugs überwacht.

Eine Verbesserung der Gesundheit des Gehirns konnte zunächst nicht festgestellt werden.

Im Gegenteil: die Schädigung des Nervengewebes schritt sogar noch weiter voran.

Folge einer Entzündungsreaktion, so die Vermutung der Forscher. Erst nach sechs Wochen konnte eine Umkehrung der schädlichen Effekte festgestellt werden.

Bis das Gehirn sich vollständig erholt hatte, dauert es mehrere Monate.

Begleitend zu der Studie an menschlichen Probanden führte De Santis eine Versuchsreihe mit Ratten durch. Dadurch konnen die Zusammenhänge zwischen Alkohol und Gehirnleistung noch genauer erforscht werden.

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Abstinenz ist besser für das Gehirn

Auch die Gehirne der Ratten veränderten sich nach der Zuführung von Alkohol. Da es sich um Tiere ohne Vorbelastungen handelte, konnten die Forscher auch Einflussfaktoren wie Ernährung oder Rauchen ausschließen und so einen direkten Zusammenhang zu alkoholbedingten Schäden herstellen.

Der Alkoholkonsum verursacht am Gehirn bereits frühzeitig Schäden.

Darauf deuten die Ergebnisse der Studie ebenfalls hin. Im Allgemeinen unterstreicht die Studie die Annahme, dass langfristige Abstinenz wichtig ist. Nur wenn das Gehirn keinen weiteren schädlichen Einflüssen ausgesetzt wird, kann es sich vollständig erholen.

Die zuständigen Fachgesellschaften für Ernährung in den deutschsprachigen Ländern empfehlen, als Mann maximal 20 Gramm und als gesunde, nicht schwangere Frau maximal zehn Gramm Alkohol pro Tag zu konsumieren.

Das entspricht etwa einem halben Liter Bier oder ein bis zwei Gläsern Wein

 

Quelle: https://www.scinexx.de/news/medizin/gehirn-alkohol-wirkt-noch-wochen-nach/

Link zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2729425

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